Zwischen Brodeln & Stillstand
- Claudia Filpes
- 21. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Es überrascht mich kaum,
wie grau der Himmel ist.
Regentropfen sitzen auf den Fensterscheiben
und funkeln mir schelmisch ins Gesicht.
Seit zwei Wochen
hat der Sommer eine Pause eingelegt.
Nur flüchtige Sonnenmomente
die schnell von grauen Wolken
überschattet werden.
Prasselnder Regen.
lauter Donner.
Alles ist dabei.
Und gleichzeitig beruhigt es mich.
Die zarten Geräusche der Tropfen,
die sich sanft auf meinen Körper legen.
Das Knallen im Himmel,
das mich schlagartig
zurück ins Jetzt bringt.
Wie ein Rauschen für den Kopf.
Eine abrupte Pause
für meine Gedanken.
Doch der Wahnsinn in meinem Kopf
kommt unerwartet und schnell.
Dunkle Gedanken.
Eine Unruhe,
die mich stetig begleitet.
Wie ein Blitz
schlagen sie in mein Bewusstsein ein,
ziehen ihre elektrisierenden Bahnen
durch meine Körpermitte.

Dann spüre ich,
wie sich mein Hals zusammenschnürt.
Eine Wut kocht in mir hoch,
nimmt mir den Atem.
Jedes weitere Wort
schürt das Feuer.
Ich will nichts mehr hören,
kann nicht mehr klar denken.
Es ist, als würde ich innerlich brennen.
Als würde sich meine Brust zusammenziehen
und meine Augen Funken schlagen.
Mein Kopf ist dumpf,
Gedanken wirbeln wild.
Ich würde am liebsten schreien.
Aus der Situation entfliehen.
Mein Innerstes nach außen bringen,
um wieder frei atmen zu können.
Doch stattdessen bleibe ich still.
Woher kommen diese Spannungen?
Dieses Ungleichgewicht?
Was löst das Gewitter in mir aus?
Ist es die Atmosphäre um mich herum
oder braut sich etwas in mir zusammen?
Das Gewitter im Kopf
ist anders als das Gewitter vor der Tür.
Vielleicht muss ich mich mehr darauf konzentrieren,
dass der Regen diese Gedanken wegspült.
Dass er sanft auf mich einprasselt
und das Dunkle auswäscht,
bis die Sonne
wieder durchscheint.



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